Pressemitteilung der Freien Schule Kreuzberg

Leider etwas verspätet, hier noch die Pressemitteilung der Freien Schule Kreuzberg zur Besetzung.

Pressemitteilung: Kooperative Nutzung der ehemaligen Schule in der Ohlauer Straße ist möglich

* Eltern der Freien Schule Kreuzberg unterstützen Besetzung

* Kooperative Nutzung möglich

* Bezirk muss auf soziale Stadtpolitik verpflichtet werden

Die Freie Schule Kreuzberg befürwortet die Besetzung in der Ohlauer Straße. „Das wird auch langsam Zeit“ so ein Elternteil am Montagmorgen. Das Vergabeverfahren um das Gebäude schien schon seit einiger Zeit zur Farce zu verkommen. Bei einem Interessententreffen im Oktober ließ der zuständige Mitarbeiter vom Bezirksamt keinen Zweifel daran, dass die anwesenden sozialen Projekte sich eine Nutzung der ehemaligen Schule nicht werden leisten können. In diesem Zusammenhang überrascht es nun, dass der Bezirksbürgermeister über die Presse mitteilt, die Freie Schule Kreuzberg hätte Chancen im Vergabeverfahren. Dies war uns bis gestern nicht bekannt.

Darüber hinaus können auch die Flüchtlinge nicht länger auf eine Winterunterkunft warten. Die Besetzung zwingt den Bezirk in Bezug auf die Flüchtlinge und auf das Vergabeverfahren zum Handeln und ist daher zu unterstützen. Denn neben der Freien Schule Kreuzberg suchen noch viele weitere Projekte und Initiativen Räume für ihre Anliegen. Eine kooperative Nutzung kann gerade bei größeren Gebäuden problemlos realisiert werden. Die geteilte Verantwortlichkeit hätte auch viele Vorteile. Georg (28), ein aktiver Elternteil der Schule, formuliert es so: „Wir haben da keine Berührungsängste und würden uns sehr über nette Nachbarn freuen“.

Die bezirkliche Stadtpolitik lässt trotz lange anhaltender stadtpolitischer Proteste noch keinen substantiellen Wandel hin zu einer wirklich sozialen Stadt- und Sozialpolitik erkennen. Hier ist es die Aufgabe entsprechender Projekte und Initiativen gemeinsame Forderungen zu erarbeiten und die Bezirkspolitik und -verwaltung von einer sozialen Politik zu überzeugen. Die Freie Schule Kreuzberg nimmt seit einiger Zeit an Demonstrationen gegen hohe Mieten teil und will damit auch ein Zeichen der Solidarität setzen. Schließlich ist die Miete nicht nur für die die Kreuzbergerinnen und Kreuzberger viel zu hoch, sondern auch und gerade für die vielen sozialen Projekte.